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Buch Tipp
Datum: 2018-02-19
Autor: Elisabeth Salmhofer

Verwundete Kinderseelen heilen

Wie Kinder und Jugendliche traumatische Erlebnisse überwinden können

Peter A. Levine, Maggie Kline

 

Erste Hilfe für Kinderseelen

Ein Fahrradunfall, der Biss eines aggressiven Hundes, eine notwendige Operation oder die unmittelbare Erfahrung von Gewalt können bei Kindern traumatisierende Folgen haben. Gut, wenn Eltern, Erzieher, Lehrer, Ärzte und Therapeuten wissen, was dann zu tun ist.

 

Peter A. Levine zeigt, dass Kinder die Fähigkeit haben, belastende Erlebnisse zu verarbeiten, wenn sie von Erwachsenen liebevoll unterstützt werden. Schritt für Schritt beschreibt er:

• Was ist ein Trauma?

• Wodurch kann es in einem Kind ausgelöst werden?

• Welche erkennbaren Symptome gibt es?

• Wie beeinflusst ein ungelöstes Trauma die Entwicklung des kindlichen Gehirns?

 

Traumatisierte Kinder heilen – das bedeutet, Wunden zu verbinden, die von außen niemand sieht.

 

 


Digitale Medien als Spielverderber für Babys
Datum: 2017-05-31
Autor: Elisabeth Salmhofer

Ich freue mich über dieses Heft, da es wichtig ist, die Auswirkung unseres Verhaltens zu kennen.

Elisabeth Salmhofer

 

Unsere neu überarbeitete, farbige und erweiterte Broschüre „Digitale Medien als Spielverderber für Babys“ ist ursprünglich (vor neun Jahren) auf Wunsch von Hebammen entstanden, die einfach keine Argumente mehr hatten angesichts des überbordenden Handygebrauchs bei Geburt und Wochenbett. Damals ging es noch um den Handykonsum von Erwachsenen und dessen Wirkung auf Babys. Seit Smartphones omnipräsent sind und es Hunderte von Apps bereits für Säuglinge gibt, war es angesagt, das Konzept der Broschüre noch intensiver in Richtung Prävention auszurichten.

Zu den bekannten Fachleuten, die sich zum Thema äussern wie Gerald Hüther, Manfred Spitzer, Thomas Harms kommen auch neue Stimmen zu Wort aus Psychologie, Therapie im Bereich der emotionalen ersten Hilfe und der Medienpädagogik.

Die Broschüre ist verbreitet bei Hebammen und Stillberaterinnen, aber auch im Umkreis von Diagnose Funk u.ä. Da wir darin immer wieder auf die Pikler Pädagogik hinweisen, erfahren ganz neue Kreise von der grossen Chance zum achtsamen Umgang mit Säuglingen und Kleinkindern.

Im Layout ist sie entsprechend dem berührenden Buch „Begleitungskunst in Eltern-Kind-Gruppen“.

Die Broschüre kostet Fr. 8.00 oder Euro 6.90 und hat 96S. Bestellungen auf www.spielraum-lebensraum.ch unter „Publikationen“ hier sind auch Buchbesprechungen zur „Begleitungskunst“ zu finden.

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie zur Verbreitung der Broschüre beitragen könnten.

 

Mit freundlichen Grüssen

Im Namen des Vereins Spielraum-Lebensraum

Maria Luisa Nüesch

 

Auelistrasse 3  CH- 9470 Buchs,  Tel 081 771 72 67


Autnomie als Lebenskonzept
Datum: 2017-05-08
Autor: Elisabeth Salmhofer

Der französische »Duden« (Larousse) definiert Autonomie als die Fähigkeit, sich selbst zu steuern und im Einklang mit eigenen Regeln Entscheidungen zu treffen. Agnès Szanto-Féder erörtert das Konzept der freien Bewegung, in dem die Freude des Kindes an Entdeckungen, am Ausprobieren und Experimentieren zu Erwachsenen passt, die vertrauensvoll beobachten, um zu verstehen. Emmi Pikler ging von der Annahme aus, dass alle Kinder von Geburt an zur Autonomie fähig sind. Auf ihrer jeweiligen Entwicklungsstand regulieren sie sich selbst und sind in der Lage für sich zu »entscheiden«. Sie »entscheiden« – wenn der Erwachsene das zulässt – über die Menge an Nahrung, die sie benötigen. Sie »sagen uns« bei den Pflegehandlungen, was angenehm ist und was nicht. Wenn sie dürfen, entscheiden sie selbst, wann und wie lange sie schlafen. Darum ist es angemessen anzuerkennen, dass sie über ihre Bedürfnisse letztlich autonom entscheiden – jeweils auf der Ebene ihrer Entwicklung. Wenn die Erwachsenen genau hinschauen, erkennen sie, wie geschäftig Kinder sich selbst und ihre Umgebung auf eigene Initiative hin selbst erkunden. Vorausgesetzt, sie können, weil der Erwachsene die passende Umgebung anbietet. Wenn die Erwachsenen Kindern wirklich vertrauen, entwickeln diese früh das Gefühl, anerkannt zu werden und handlungsfähig zu sein. In psychologischen Studien konnte bewiesen werden, dass alle selbstaktiven Handlungen, aus eigenem Willen unternommen, viel wirksamer sind als Handlungen, zu denen ein Mensch genötigt wird oder an denen er passiv teilnimmt, weil sie unmittelbare, tiefwirksame Konsequenzen haben. Für autonome Handlungen trifft das in besonderen Maße zu. Das autonome Kind stärkt seinen Willen. Es experimentiert mit seinen Fertigkeiten, seinen Wirkungen und seinen Grenzen. Autonome Handlungen sind ein Quell für bemerkenswerte psychomotorische, sozioemotionale und kognitive Lernerfahrungen. Das Kind lernt dabei zu lernen. Gleichzeitig baut es sein Selbstvertrauen auf und sorgt dafür. Autonomieerfahrungen bieten Kindern die Freude der Selbstwirksamkeit, ganz im Sinne der Definition... Erwachsene überzeugen sich am Besten durch Beobachtungen. Drei Minuten, ein Stift und ein Blatt Papier genügen. Schauen Sie sich ein Kind an, das sich »gut fühlt« und ganz darin aufgeht, ein Objekt zu erkunden. Greifen sie nicht ein, schreiben Sie nur alle Fakten mit, die sie sehen. Sie werden merken, wie reichhaltig die Aktion ist und wie das Kind sich darauf konzentriert. Das kann ein Baby auf dem Rücken liegend sein, das seine Hand anschaut. Oder ein 10 Monate altes Kind, das auf dem Bauch liegend, ein Körbchen wieder und wieder fallen lässt. Oder ein zweijähriges Kind, das seine Puppe zu Bett bringt. Neben der Fülle an Aktionen kann die Vielfalt an Emotionen auf ihren Gesichtern abgelesen werden, die die Handlungen begleiten oder auch anregen. Meistens durchdringt sie eine tiefe innere Freude, die auch für die Beobachter spürbar ist. Die Pikler-Pädagogik regt dazu an, die Möglichkeiten der Kinder zu autonomen Aktivitäten zu erweitern, je nach ihrem Interesse und ihrer Neugier. In einem Wort: ihnen zu gestatten, die Welt eigeninitiativ zu erkunden. Die freie Bewegung ist dabei die entscheidende Bedingung, die das Kleinkind »seinen Weg gehen lässt«, bevor es selbst frei zu laufen beginnt. Freie Bewegung – in einer sicheren Umgebung – erlaubt Kindern jedes Alters, auf eigene Faust jede Bewegung, die es möchte, zu entdecken, zu versuchen, auszuprobieren, zu üben und dann beizubehalten oder zu verwerfen. Das heißt im Umkehrschluss: ohne Hilfestellung, ohne Anregung oder Verstärkung durch den Erwachsenen und gilt besonders für Bewegungsabläufe, für die es nicht selbst in früheren Stadien die Voraussetzungen erworben hat. Das fortwährende Bedürfnis sich zu bewegen, kann jedes Kind frei in einer angemessenen Umgebung selbst stillen. Dazu müssen die Erwachsenen unter anderem auf die Auswahl der Spielzeuge achten, die zu den Interessen und für das jeweilige Alter typischen Erforschungen passen. 14 Erfahrungen, Hintergründe, Beispiele KINDER in Europa · Ausgabe 28 Autonomie als Lebenskonzept Erfahrungen, Hintergründe, Beispiele 15 KINDER in Europa · Ausgabe 28 Es muss auch klar gesagt werden, dass die Motivation der Kinder und ihr Wille in emotionaler Sicherheit gründen, für die Eltern und andere Pflegepersonen sorgen. Freie Bewegung meint nicht, dass die Erwachsenen sich nicht kümmern sollen. Aber freie Bewegung sorgt selbst auch für emotionales Wohlbefinden, insofern kann das Kind schon früh »sich selbst regieren « und entscheiden, was es tun will. Ein Schlüssel zu freier Bewegung im täglichen Leben ist die Fähigkeit von Kindern, sich während des freien Spielens auf ihrer jeweiligen Entwicklungsstufe sich nicht in Gefahr zu bringen. Hinzu kommt, dass auch selbst initiiertes Lernen auf einem ganzen Bündel auf kindlichen Fähigkeiten aufbaut. Hat das Kind Bewegungsfreiheit, organisiert es seine Balance zwischen Können und Erkunden selbst. Folgerichtig wird ein autonomes Kind sich nie aufsetzen und erst recht nicht sitzen, bevor es diese Position selbst einnehmen kann. Beizeiten wird das Kind zu sitzen versuchen, dann nämlich wenn seine körperliche Reifung eine komplexeres Gleichgewicht erlaubt. Es wird dann ebenfalls in harmonischen Bewegungen zu früheren, sicheren Positionen zurückkehren können. Wenn ein Kind dann, nachdem es alle anderen Stadien der Bewegungsentwicklung in seinem eigenen Tempo durchlaufen hat, frei gehen kann, wird es sich sicher fühlen. Und daher wird es auch keine Störungen geben, die auf Haltungsunsicherheit gründen: das Kind wird sich körperlich kontinuierlich und harmonisch entwickeln. Ganz offensichtlich endet die motorische Entwicklung aber nicht beim freien Laufen. Wenn wir ältere Kinder in Bewegung beobachten, können wir das gleiche Bedürfnis nach Bewegung – nur aus Freude – entdecken. Darin eingebettet erwirbt das Kind einen körperlichen Ausgleich zwischen Momenten intensiver Aufmerksamkeit und Ruhe. Schafft der Erwachsene die entsprechenden Voraussetzungen, wird das ältere Kind sich an größere Herausforderungen wagen, aber doch stets mit der gleichen Energie und dem gleichen Entdeckergeist, mit Vergnügen und Jubel. Rennen, Springen, hoch und runter Klettern, Höhen und Tiefen erforschen, noch später Skaten oder Rad fahren – das Kind wird immer neue Fähigkeiten erwerben und dabei geduldig vorgehen. Es wird dabei auf seine Sicherheit achten, Vertrauen in sich haben und die Freude daran, selbst in der Lage zu sein, den richtigen Moment ebenso zu bestimmen wie die erforderliche Zeitspanne. Ein solches Kind ist autonom. Dies ist das Resultat der eigenen Vorsicht, der eigenen Freude und des Selbstvertrauens. Erst neuerdings wird in der Entwicklungspsychologie der freien Bewegung und den durch das Kind initiierten Interaktionen mit dem Erwachsenen angemessene Aufmerksamkeit geschenkt. Genau da, sagte Pikler, »liegen die möglichen Fertigkeiten junger Kinder, die uns entgehen könnten« – durch traditionelle Pflege oder Forschungsergebnisse – »wenn wir versäumen, dieser Entwicklung oder ihren Bedingungen genügend Aufmerksamkeit zu widmen.« Autonome Aktivitäten des Kindes passen zu diesem Ansatz. Es ist keine bloße Methode, die den Kinder mehr oder weniger Zugeständnisse macht. Autonomie ist ein Lebenskonzept. Medientipp Pikler Institut Budepest (Anna Tardos & Agnès Szántó): Sich frei bewegen. http://www.we-ev.de/index.php/shop Dr. Agnès Szanto-Féder ist Psychologin und arbeitete in Krippen und Kindertageseinrichtungen mit Geneviève Appell zusammen

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Übersicht

2018-02-19 Buch Tipp
2017-05-31 Digitale Medien als Spielverderber für Babys
2017-05-08 Autnomie als Lebenskonzept
2016-10-15 Interview mit Gordon Neufeld
2016-06-20 Gehirnforscher Gerald Hüther in "Frühstück bei mir
2016-06-20 Peg Perego Book Plus
2016-02-28 Babys liegend im Auto transportieren!
2015-09-08 Hilfe für Kaiserschnittkinder
2015-07-02 Offenen Achtsamkeitsabende in Wien
2015-07-01 Vortrag zum Thema: "Was ist bloß mit Mama los?"
2015-05-19 SpielRaum zum kennenlernen
2015-03-03 Spielraum oder wie das Leben so spielen könnte
2015-02-20 Selbst-bewusste Eltern für selbst-bewusste Kinder
2015-01-28 Einführungsgespräch für das Frühjahrssemester
2014-12-05 Unser Adventtreffen
2014-11-29 Kaiserschnitt
2014-11-10 Kindersitze im Auto
2014-10-25 Hunde-SpielRaum
2014-09-09 Seminar für PädagogInnen und Sonder- und Heilpädag
2014-09-03 Neuer Termin für Einführungsgespräch im Herbst
2014-08-27 Seminar mit Ute Strub
2014-07-19 Infoabend für neue Eltern
2014-07-13 Einführungsgespräche für den Herbst 2014
2014-07-02 Danke
2014-06-29 Die Website ist fertig!
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